09. Apr

Unnötiger Starkastschnitt

09. April 2016, Sophie und Mareen

Kategorien: Bewirtschaftung

Jeder Mensch kennt diesen schönen Moment, sich im heißen Sommer Schutz im kühlen Schatten eines großen Baumes zu suchen. Doch was würden wir ohne diesen, für uns so lebenswichtigen, Riesen tun?
Durch Baumverstümmelung und nicht fachgerechten Schnitt werden immer mehr Bäume zerstört. Die verbreiteste Form der Baumschädigung ist der unnötige Starkastschnitt.

Hierbei handelt es sich um die Entnahme zu starker Äste, die einen Durchmesser von über 10 cm haben. Grund für solch fehlerhafte Schnittmaßnahmen sind meist die Ausführung von fachfremden Personen und das zu späte Anpassen von Bäumen an begrenzte Standorte, wie zum Beispiel Straßen. Die daraus entstehenden Folgen sind gravierend. Es kann zum so genannten „Versorgungsschatten“ kommen, wobei der Bereich unter der Verletzung durch mangelnde Versorgung abstirbt. Außerdem können holzzersetzende Pilze in die Schnittfläche eindringen und somit die Festigkeit des gesamten Holzes reduzieren, wodurch die Bruchgefahr zunimmt. Die meist letzte Möglichkeit besteht in der frühzeitigen Fällung des Baumes.

Starkastschnitt - Versorgungsschatten

Starkastschnitt – Versorgungsschatten

Allerdings ist die Entfernung von Ästen mit mehr als 10 cm Durchmesser nicht immer unzulässig. Denn laut des ZTV-Baumpflege-Regelwerkes dürfen sie in begründeten Einzelfällen auch vollständig entfernt werden. Aus Gründen der Verkehrssicherung müssen sie sogar entnommen werden. Aber handelt es sich um einen Lichtraumprofilschnitt ist eine klare Regel: „Starkäste nur im notwendigen Maße einkürzen“. Das heißt auch, dass diese Schnitte am Stamm und sonstigen tragenden Baumteilen unbedingt zu vermeiden ist.
Es ist in solchen Fällen besser kleinere Äste zu reduzieren und einen fachgerechten Schnitt auf Zug- beziehungsweise Versorgungsäste durchzuführen. Eine einfache Lösung ist ein frühzeitiger Erziehungsschnitt  und Lichtraumschnitt.

Starkastschnitt - Fäulnis

Starkastschnitt – Fäulnis

Ohne Bäume könnten wir Menschen nicht existieren. Sie haben viele verschiedene Bedeutungen und Vorteile für uns. Also lassen Sie uns diese wunderbaren Lebewesen schützen und erhalten. Betreiben Sie richtige Baumpflege! Informationen zur Wundbehandlung von Obstbäumen finden Sie im Beitrag Wundverschluss.

 

Quelle: Faltblatt „Unnötiger Starkastschnitt: Baumschädigung statt Baumpflege“, Peter Klug

Schick uns deinen Kommentar zu “Unnötiger Starkastschnitt” jetzt!

  1. Toralf
    5. März 2018 at 21:59

    Hallo,
    und wenn man mal genau hinschaut , wer solche Schnitte veranlasst .Dann wird man sehen das es staatliche Behörden sind die eigentlich verpflichtet sind die Natur zu schützen.
    Statt Bäume zu pflanzen werden sie weggesägt ,da haben wir weniger Arbeit mit der Pflege.
    Übrigens gehört bei so einem Verschnitt ein Wundverschluss dazu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.