30. Jun

Die Glockenblume

30. Juni 2016, Volker Dittmann

Kategorien: Streuobst heute

Glockenblume

Wiesenglockenblume

Glockenblumen auf einer Wiese sind leicht erkennbare, den meisten Menschen bereits ab Kindesalter wohlbekannte, emotional stark ansprechende Blumen, die aufgrund ihrer blauen Farbe und der sich im Wind bewegenden, oft nickenden Glocken sehr beliebt sind.

Auf einer „normalen“ Wiese sind bei uns vor allem zwei Arten anzutreffen: die leicht ins lila gehende, ab Mai blühende, etwas höhere „Wiesenglockenblume“ und die kräftig-mattblaue, später (ab Juni/Juli) blühende, niedrigwüchsigere „Rundblättrige Glockenblume“.
Letztere hat genauso wie die erste Art schmale Laubblätter; ihr Namen bezieht sich auf die rundlich geformten, jedoch schwer sichtbaren Grundblätter am Boden.

Der deutlich festzustellende Rückgang der Glockenblumen in den Wiesen (es betrifft beide oben genannten Arten) ist kein botanisches Phänomen und hat auch nichts mit dem Klimawandel zu tun.

Hauptursache ist die kaum noch praktizierte, althergebrachte Bewirtschaftung, welche seit vielen hunderten Jahren in unserem Gebiet prägend war und die zur Herausbildung der charakteristisch arten- und blütenreichen, buntblumigen Wiesen geführt hat: eine ein- bis zweischürige Mahd mit keiner oder nur geringer (bedarfsorientierter) Düngung, zum Teil mit sich anschließender Beweidung.

Bei den Glockenblumen bleibt nach der Mahd lediglich ein kurzes Stück Stängel mit maximal einzelnen Blättern übrig, aus der sich die Pflanze wieder regenerieren muss. Dies machen sie bei häufigerer Mahd nicht mit und verschwinden.

Das A und O ist eine an der traditionellen Wiesenmahd ausgerichtete Bewirtschaftung; nicht zu wenig und nicht zu viel. Leider ist dieses Wissen weithin nicht mehr vorhanden.

Es wird oft erstaunt zur Kenntnis genommen, dass bereits geringe und oft kostensparende Anpassungen in der Pflege bzw. Nutzung zu Grünlandbeständen führen, in denen die Glockenblumen von allein wieder auftreten und sich ausbreiten.

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