27. Jun

Birnenverfall

27. Juni 2013, Marco Sombrowski

Kategorien: Krankheiten und Schädlinge

In dem Beitrag über Birnengitterrost habe ich Birnenverfall als Grund für Absterbeerscheinungen genannt. Ich glaube, dass diese Krankheit noch relativ unbekannt ist, weshalb ich sie hier vorstellen möchte:

Birnenverfall ist eine bakterielle Krankheit und wird durch Birnenblattsauger und Veredlungen übertragen. Man unterscheidet zwischen zwei Arten: Dem schnellen Birnenverfall und dem langsamen Birnenverfall. Bei dem schnellen Birnenverfall tritt sofort ein Wachstumsstopp ein, Früchte und Blätter verwelken und der Baum stirbt innerhalb weniger Wochen ab.

Der langsame Birnenverfall dauert über mehrere Jahre an. Der Baum welkt zunehmend, mal stärker, mal schwächer. Das Längenwachstum ist verringert oder fehlt völlig. Die Blätter sind kleiner, ledrig und hellgrün, insgesamt trägt der Baum weniger Laub. Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal ist die abnormale Rotfärbung und ein frühzeitiger Blattfall. Bei einer frischen Infektion zeigt der Baum eine starke Blüte, später setzt er weniger Blüten an.

Und ganz wichtig: Birnenverfall ist eine Quarantänekrankheit und muss gemeldet werden. So kann die Krankheit landesweit überwacht und geeignete Gegenmaßnahmen getroffen werden. Laut Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wurde Birnenverfall bereits in sächsischen Obstanlagen festgestellt. Also wenn ihr einen Baum kennt, der diese Symptome zeigt, meldet dies bitte beim: Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Pflanzengesundheit, Waldheimer Str. 219, 01683 Nossen, pflanzengesundheit@smul.sachsen.de. Ansprechpartner: Dr. Schmiedeknecht (Tel. 035242/ 631 7500) und Frau Dr. Möwes (Tel. 035242/ 631 7501).

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